Michael Jan Friedman
Starfleet Kadetten Nr. 12, erschienen bei Heyne
(137 S., Original: Secret of the Lizard People)
Einige Wochen nach den Ereignissen aus dem Vorgängerroman "Die verschwundene Besatzung" ist Data also endlich Kadett an der Sternenflottenakademie. Da es immer noch mit seinem Verständnis über das Wesen der Menschen hapert, beschließt Data, sich den Musterkadetten Greg Majors zum Vorbild zu nehmen, was diesem nicht sonderlich behagt. Als sich Data, Majors und einige andere Kadetten auf der U.S.S. Republic befinden, um die Kollision zweier Gasplaneten zu beobachten, empfängt das Schiff plötzlich einen Notruf. Dieser stammt von einer Raumstation, die sich zu nah am Ort der Kollision befindet, um diese unbeschadet zu überstehen. Die Kadetten fliegen unter der Aufsicht des Ersten Offiziers und der Bordärztin mit einem Shuttle zur Station, da eine Kommunikation nicht möglich ist. Es stellt sich heraus, dass die Stationscrew bewusstlos ist. Um so quicklebendiger erweisen sich allerdings eine ganze Schar angriffslustiger Echsen...
Der Vorgänger ist meiner Meinung nach ein guter Vertreter der Kadettenreihe, aber mit diesem Buch hier konnte ich mich leider gar nicht anfreunden. Das liegt vor allem an der Art, wie sich mein Lieblingsandroide die ganze Zeit über bei diesem arroganten Kadetten Majors einschleimen will. Gut, Data möchte so menschlich wie möglich sein, aber ich kann nicht verstehen, warum er sich diesen Kerl nur auf Grund seiner Vorschusslorbeeren zum Idol nimmt. Im Laufe des Romans zweifelt Data oft an seinen eigenen Entscheidungen, weil Majors permanent anderer Meinung ist als er und ja immerhin über eine viiiiel größere Erfahrung verfügt... also bitte! Majors ist auch nur im zweiten Ausbildungsjahr, hat also gerade mal ein Jahr mehr Sternenflotten-Erfahrung als Data. Wenn Data unbedingt ein Vorbild braucht, warum nicht einen langjährigen Offizier? Der Captain der Republic wäre zum Beispiel eine gute Wahl.
Auch sonst enthält der Roman einige Logikfehler, die mich nerven. Angeblich werden alle erfahrenen Offiziere auf der Republic gebraucht, so dass man eine Handvoll unerfahrener Kadetten auf die Raumstation schicken muss - wer's glaubt, wird selig! Und dass ausgerechnet Data, der immerhin über ein inneres Chronometer verfügt, einen Tricorder als Uhr benutzen muss, wirkt ein wenig...seltsam.
Die Geschichte selbst ist zwar ganz nett zu lesen, zieht sich aber auch trotz der nur 137 Seiten unnötig in die Länge. Das Highlight war für mich die Illustration auf Seite 73, die die bewusstlosen Bewohner der Raumstation zeigt: Sehen die nicht original aus wie E.T.?
Fazit: Trotz Data konnte mich dieser Roman durch die schlecht getroffenen Charaktere und die uninspirierte Handlung nicht überzeugen. Einen halben Zusatzpunkt gibt es durch E.T.! ;-)
2,5/5
Charaktere getroffen? *
Spannung: ***
Humor: *
Action: ***
Gefühl: *
originelle Handlung? *
Anspruch: *
Vorwissen nötig?
Nein, dieses Buch stellt wohl für niemanden eine Herausforderung dar. Ab und zu werden zwar mal Ereignisse aus dem Vorgängerroman erwähnt, aber man kann problemlos beide Romane unabhängig voneinander lesen.
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Dienstag, 3. August 2010
Montag, 2. August 2010
Die verschwundene Besatzung
Michael Jan Friedman
Starfleet Kadetten Nr. 11, erschienen bei Heyne
(123 S., Original: Mystery of the Missing Crew)
Auf dem Planeten Omicron Theta macht die Crew der U.S.S. Tripoli eine erstaunliche Entdeckung: einen Androiden namens Data. Der findet sich sehr schnell in der Rolle des Außenseiters wieder, und von Anfang an möchte er die Menschen verstehen und zu ihnen gehören. Drei Jahre und eine ganze Reihe von Tests später beschließt der chronisch unterforderte Androide, sich an der Sternenflottenakademie zu bewerben. Als er sich gerade mit der Yosemite auf dem Weg zur Erde befindet, trifft man plötzlich auf ein fremdes Schiff, das nicht auf die Kontaktversuche der Yosemite reagiert. Kurze Zeit später ist von einem Augenblick zum nächsten plötzlich die gesamte Crew wie vom Erdboden verschluckt, mit Ausnahme von Data und vier weiteren Kadettenanwärtern (die mich stark an die Bynaren aus "11001001" erinnerten). Unerfahren, wie sie sind, spitzt sich die Situation gefährlich zu, denn die Crew des Alienschiffes droht die Yosemite zu vernichten, sollte sie nicht schleunigst aus diesem Raumsektor verschwinden...
Die paar Bücher, die ich bisher von Michael Jan Friedman gelesen habe, haben bei mir einen sehr unterschiedlichen Eindruck hinterlassen: Von "toll" bis "bescheiden" ist alles dabei. "Die verschwundene Besatzung" ist wieder einer der besseren Romane, und das liegt natürlich vor allem an Data! Der liebenswerte Androide war von Beginn an meine Lieblingsfigur bei Star Trek und ein wesentlicher Grund dafür, dass TNG nach wie vor meine liebste Serie ist. Unter den TNG-Romanen sind meiner Meinung nach viel zu wenig Data-Romane dabei, und die paar, die es gibt, müssen mir noch nicht mal gefallen (siehe "Metamorphose") Daher bin ich froh, dass zumindest die Kadettenreihe mit zwei Data-Romanen aufwarten kann ("Loyalitäten" zählt nicht, das ist eher ein Beverly-Roman.)
Für einen Kadettenroman macht "Die verschwundene Besatzung" wirklich einen recht ordentlichen Eindruck. Am interessantesten ist sicherlich der Anfang, als Data gefunden wird - sozusagen seine Geburtsstunde, da er ja an die Zeit bei Soong keine Erinnerungen hatte. Ich hätte zwar gern noch mehr aus Datas Frühzeit erfahren, aber die Handlung auf der Yosemite ist auch recht gelungen. Vor allem weil sie wirklich spannend ist, und Spannung hat in Kadettenromanen Seltenheitswert. Das versöhnliche Ende ist hingegen keine Überraschung, sondern typisch für diese Reihe. Immerhin werden ganz interessante Fragen aufgeworfen, über die Data nachgrübeln kann: Ist es besser, so wie andere zu sein, oder ist Einzigartigkeit von Vorteil?
Recht witzig fand ich noch, als er am Ende aufgefordert wird, das Erlebte "später" zu erzählen. In den folgenden Jahren musste sich der redselige Data noch öfter auf diese Art vertrösten lassen!
Ja, ich wollte auch mal ein Video einfügen ;)
Fazit. Wer sich darüber im Klaren ist, dass von den Kadettenromanen keine literarischen Glanzlichter zu erwarten sind, der kann mit diesem actionreichen Büchlein ein paar unterhaltsame Stunden verbringen. Klar hat der Roman bei mir den Data-Bonus, aber auch sonst gehört er wohl zu den besseren der Reihe.
4/5
.
Charaktere getroffen? **
Spannung: ****
Humor: *
Action: ****
Gefühl: **
originelle Handlung? **
Anspruch: *
Vorwissen nötig?
Damit kommt sicher auch jemand ohne Star Trek-Vorkenntnisse klar.
Starfleet Kadetten Nr. 11, erschienen bei Heyne
(123 S., Original: Mystery of the Missing Crew)
Auf dem Planeten Omicron Theta macht die Crew der U.S.S. Tripoli eine erstaunliche Entdeckung: einen Androiden namens Data. Der findet sich sehr schnell in der Rolle des Außenseiters wieder, und von Anfang an möchte er die Menschen verstehen und zu ihnen gehören. Drei Jahre und eine ganze Reihe von Tests später beschließt der chronisch unterforderte Androide, sich an der Sternenflottenakademie zu bewerben. Als er sich gerade mit der Yosemite auf dem Weg zur Erde befindet, trifft man plötzlich auf ein fremdes Schiff, das nicht auf die Kontaktversuche der Yosemite reagiert. Kurze Zeit später ist von einem Augenblick zum nächsten plötzlich die gesamte Crew wie vom Erdboden verschluckt, mit Ausnahme von Data und vier weiteren Kadettenanwärtern (die mich stark an die Bynaren aus "11001001" erinnerten). Unerfahren, wie sie sind, spitzt sich die Situation gefährlich zu, denn die Crew des Alienschiffes droht die Yosemite zu vernichten, sollte sie nicht schleunigst aus diesem Raumsektor verschwinden...
Die paar Bücher, die ich bisher von Michael Jan Friedman gelesen habe, haben bei mir einen sehr unterschiedlichen Eindruck hinterlassen: Von "toll" bis "bescheiden" ist alles dabei. "Die verschwundene Besatzung" ist wieder einer der besseren Romane, und das liegt natürlich vor allem an Data! Der liebenswerte Androide war von Beginn an meine Lieblingsfigur bei Star Trek und ein wesentlicher Grund dafür, dass TNG nach wie vor meine liebste Serie ist. Unter den TNG-Romanen sind meiner Meinung nach viel zu wenig Data-Romane dabei, und die paar, die es gibt, müssen mir noch nicht mal gefallen (siehe "Metamorphose") Daher bin ich froh, dass zumindest die Kadettenreihe mit zwei Data-Romanen aufwarten kann ("Loyalitäten" zählt nicht, das ist eher ein Beverly-Roman.)
Für einen Kadettenroman macht "Die verschwundene Besatzung" wirklich einen recht ordentlichen Eindruck. Am interessantesten ist sicherlich der Anfang, als Data gefunden wird - sozusagen seine Geburtsstunde, da er ja an die Zeit bei Soong keine Erinnerungen hatte. Ich hätte zwar gern noch mehr aus Datas Frühzeit erfahren, aber die Handlung auf der Yosemite ist auch recht gelungen. Vor allem weil sie wirklich spannend ist, und Spannung hat in Kadettenromanen Seltenheitswert. Das versöhnliche Ende ist hingegen keine Überraschung, sondern typisch für diese Reihe. Immerhin werden ganz interessante Fragen aufgeworfen, über die Data nachgrübeln kann: Ist es besser, so wie andere zu sein, oder ist Einzigartigkeit von Vorteil?
Recht witzig fand ich noch, als er am Ende aufgefordert wird, das Erlebte "später" zu erzählen. In den folgenden Jahren musste sich der redselige Data noch öfter auf diese Art vertrösten lassen!
Ja, ich wollte auch mal ein Video einfügen ;)
Fazit. Wer sich darüber im Klaren ist, dass von den Kadettenromanen keine literarischen Glanzlichter zu erwarten sind, der kann mit diesem actionreichen Büchlein ein paar unterhaltsame Stunden verbringen. Klar hat der Roman bei mir den Data-Bonus, aber auch sonst gehört er wohl zu den besseren der Reihe.
4/5
.
Charaktere getroffen? **
Spannung: ****
Humor: *
Action: ****
Gefühl: **
originelle Handlung? **
Anspruch: *
Vorwissen nötig?
Damit kommt sicher auch jemand ohne Star Trek-Vorkenntnisse klar.
Sonntag, 13. Juni 2010
Planet des Untergangs
Carmen Carter, Michael Jan Friedman, Peter David, Robert Greenberger
TNG Nr. 14, erschienen bei Heyne
(283 S., Original: Doomsday World)
Auf diesen Roman war ich besonders neugierig, da nicht weniger als vier Autoren daran beteiligt waren. Der Synergieeffekt blieb bei diesem Roman allerdings aus: Das Gemeinschaftswerk ist mit "durchschnittlich" noch sehr wohlwollend umschrieben.
Es geht um einen künstlichen Planeten namens Kirlos, der vor Jahrtausenden von den Ariantu erschaffen wurde. Nach deren Verschwinden siedelten sich nach und nach andere Völker auf Kirlos an. Kaum treffen Data, LaForge und Worf auf dem Planeten ein, um bei der Erforschung mitzuhelfen, werden mehrere Anschläge verübt. Diese wecken das Misstrauen der Nicht-Föderationsmitglieder auf Kirlos, und das Landeteam gerät in Gefangenschaft. Nach einigen Irrungen und Wirrungen entdeckt man eine uralte Maschinerie, die noch aus der Zeit der Ariantu stammt und prompt in Gang gesetzt wird...
"Planet des Untergangs" konnte mich leider an keiner Stelle fesseln. Die Handlung plätschert ohne Höhepunkte dahin, es wird kaum Spannung aufgebaut, mehrere Handlungsfäden verlaufen einfach im Sand. Die viel zu große Anzahl an Charakteren ist ebenfalls ein dicker Schwachpunkt. Wenn man davon die Hälfte weggelassen hätte, wäre das kein Verlust - im Gegenteil - es hätte dem Roman sogar gut getan. Selbst Personen, die nur einen einzigen Satz sagten, wurden von den Autoren großzügig mit einem Namen bedacht. Von den vielen Charakteren kommt niemand überzeugend rüber oder wächst einem gar ans Herz. Auch das Außenteam sieht schwach aus: Data bei seinem ersten Kommando über eine Landegruppe wirkt unsicher, Geordi ist hier ein ausgesprochener Jammerlappen, und Worf ist zwar entschlossen und kämpferisch, wirkt aber dabei nicht sehr helle. Die Story ist voll von lauter kleinen Belanglosigkeiten, wodurch der eigentlichen Handlung immer wieder der Wind aus den Segeln genommen wird. An manchen Stellen hatte ich den Eindruck, es könnte endlich mal spannend werden, ein paar Seiten später jedoch zerplatzte diese Hoffnung wie eine Seifenblase. Ich war sogar froh, als die damals obligatorische Maggi-Werbung auftauchte - zwei Seiten weniger zu lesen. So wälzt sich die Geschichte langsam einem Ende entgegen, dass dann plötzlich viel zu überhastet daherkommt, als hätte man für den Schluss nur noch fünf Seiten zur Verfügung gehabt.
Um auch mal etwas Positives zu sagen: Die Handlung an sich ist nicht uninteressant. Vielleicht hätten die Autoren einzeln etwas daraus machen können, immerhin sind ja gestandene Star Trek-Romanautoren dabei. Zwischen Data, Geordi und Worf gab es weiterhin recht witzige Dialoge, die manchmal (leider viel zu selten) eine angenehme Leichtigkeit in diesen Roman brachten.
Fazit: "Planet des Untergangs" ist kein völlig schlechter TNG-Roman. Leider überwiegen die negativen Eindrücke derart, dass ich nur zwei Punkte geben kann.
2/5
Charaktere getroffen? **
Spannung: **
Humor: **
Action: **
Gefühl: *
originelle Handlung? *
Anspruch: *
Vorwissen nötig?
Dieser Roman sollte auch Nicht-Fans keine größeren Probleme bereiten.
Samstag, 12. Juni 2010
Die andere Seite
Michael Jan Friedman
TNG Nr. 50, erschienen bei Heyne (erschien unter dem Titel "Crossover" bei vgs)
(314 S., Original: Crossover)
"Die andere Seite" bzw. "Crossover" (je nachdem, ob man die Heyne- oder die vgs-Ausgabe vor sich hat) ist ein ungewöhnlicher Star Trek-Roman. Immerhin trifft die TNG-Crew um Captain Picard auf die Classic-Crew, oder genauer gesagt auf diejenigen, die zu TNG-Zeiten noch am Leben sind: Botschafter Spock, der uralte Admiral McCoy und Captain Scott, der sich dank seines 75-jährigen Aufenthalts im Transporterstrahl der U.S.S. Jenolen deutlich besser gehalten hat. Der Inhalt lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Spock wird bei seiner Arbeit im romulanischen Untergrund zusammen mit seinen Anhängern gefangengenommen, und seine beiden alten Freunde eilen ihm zu Hilfe.
Wie schon gesagt, der Roman ist ungewöhnlich, das bedeutet aber nicht, dass er gleichzeitig auch gelungen wäre. Das Positive erst mal vorweg: Ab Seite 300 wird das Buch auf einmal gut! Dann treffen die drei alten Haudegen aus der Classic-Serie nämlich endlich aufeinander, und dieses Wiedersehen ist wirklich witzig und rührend zugleich. Leider ist der Roman dann aber auch schon wieder zu Ende, denn insgesamt hat er bloß 314 Seiten. Die 299 Seiten vorher waren allerdings langweilig, ärgerlich und lächerlich - je nachdem, welchen der drei Handlungsstränge man vor sich hat.
Die Spock-Handlung: Das ist der langweilige Teil. Okay, ich war noch nie von dieser Wiedervereinigungsgeschichte zwischen den Vulkanieren und den Romulanern überzeugt. In diesem Buch agiert Spock dermaßen passiv, dass die Passagen mit ihm eine regelrecht lähmende Wirkung entfalten. Es ging sogar soweit, dass ich die Spock-Kapitel am liebsten einfach überblättert hätte. Die ganze Zeit über tut er nichts weiter, als das Treiben um ihn herum zu beobachten und ab und zu mal ein paar erbauliche Ratschläge an seine Anhänger zu richten.
Die McCoy-Handlung: Kommen wir zum ärgerlichen Teil. Das Sternenflottenkommando schickt die Enterprise D los, um Spock zu retten. Aus irgendeinem Grund ist man der Meinung, dass Spocks alter Kumpel McCoy dabei eine Hilfe sein könnte, aber der hat nichts Besseres zu tun, als in Nullkommanix Picard das Kommando zu entreißen und ein paar völlig bekloppte Entscheidungen zu treffen. Ich mag den Doktor wirklich sehr, aber in diesem Roman ging er mir zum ersten Mal seit der TOS-Folge "The Galileo Seven" so richtig auf den Keks. Kaum zu glauben, dass der selbe Autor auch den wirklich guten McCoy-Roman "Schatten auf der Sonne" geschrieben hat!
Die Scott-Handlung: Der lächerliche Teil, aber immerhin der unterhaltsamste. Auch Scott erfährt von Spocks Enführung, und was macht er? Er klaut ein Museumsschiff, das ein Schwestenschiff der guten, alten Enterprise 1701 ist, und macht sich ganz allein auf den Weg ins romulanische Imperium! Natürlich wird er recht schnell von den Romulanern in die Zange genommen, bis er glücklicherweise Hilfe von La Forge, Riker und Data erhält. Apropos - ja, die TNG-Crew ist auch noch da. Meistens machen Picard und Co. dasselbe wie Spock, nämlich nichts!
Vielleicht habe ich von diesem Roman ein bisschen zuviel erwartet, aber zumindest mit einer besseren Charakterisierung der Figuren und einer weniger vorhersehbaren Handlung hätte ich rechnen können. Die letzten 14 Seiten, ein paar nette Insidergags und die freundlich-nervige Computerstimme der von Scott entführten U.S.S. Yorktown rechtfertigen noch einen Zusatzpunkt, aber mehr als zwei von fünf Punkten sind es leider nicht.
2/5
Charaktere getroffen? *
Spannung: *
Humor: **
Action: ***
Gefühl: *
originelle Handlung? ***
Anspruch: **
Vorwissen nötig?
Da die vielen Anspielungen auf das Star Trek-Universum noch so ziemlich das Einzige sind, was das Lesen dieses Romans rechtfertigt, ist es nur für Star Trek-Fans interessant (wenn überhaupt!)
Freitag, 11. Juni 2010
Schatten auf der Sonne
Michael Jan Friedman
TOS Nr. 56, erschienen bei Heyne
(361 S., Original: Shadows on the Sun)
Abspann des 6. Star Trek-Kinofilms "Das unentdeckte Land": Mit einer ordentlichen Portion Wehmut blicken die in Ehren ergrauten Crewmitglieder der Enterprise ihrer Zukunft entgegen - sie sollen abgemustert und die gute, alte Enterprise eingemottet werden. Aber bevor es entgültig zurück in Richtung Erde geht, bekommen sie unerwartet einen letzten Auftrag von der Sternenflotte: Sie sollen ein Diplomatenehepaar zum Planeten Ssan bringen, wo sich eine Gruppe von Assassinen blutige Gefechte mit der Regierung liefert. Dr. McCoy ist der einzige, der sich über diesen Auftrag überhaupt nicht freut. Rund 40 Jahre zuvor war er bereits als Juniorarzt auf diesem Planeten stationiert und weiß, dass der Krieg zwischen den Assassinen und der Regierung mit den allerhärtesten Mitteln geführt wird. Als wäre das nicht genug, handelt es sich bei den beiden Diplomaten ausgerechnet um seine Exfrau Jocelyn und deren zweiten Mann Clay Treadway...
McCoy-Romane gehen eigentlich immer, da Pille erstens die sympathischste Figur der Originalcrew ist und zweitens, weil man in der Serie so gut wie nichts über ihn erfahren hat. Das allerletzte Abenteuer mit der Crew um Captain Kirk dreht sich voll und ganz um den guten Doktor.
Ich habe kurze Zeit vorher den unerträglich schmalzigen TNG-Roman "Tod im Winter" des gleichen Autors gelesen und war daher ein wenig skeptisch. Zum Glück hatte Michael Jan Friedman bei "Schatten auf der Sonne" ein viel besseres Händchen. Ohne Gefühlsduseleien kommt dieses Buch aber auch nicht aus, tatsächlich ist er wohl einer der emotionalsten Star Trek-Romane überhaupt. Komischerweise hat mich das diesmal aber überhaupt nicht gestört, sondern regelrecht ergriffen. Alle Charaktere, allen voran natürlich McCoy, sind wunderbar feinfühlig beschrieben. Darüber hinaus glänzt der Roman mit einer wirklich originellen und spannenden Story. Auch die Untergliederung in drei Teile gefällt mir gut. Besonders der 2. Teil, der in einer gut 120-seitigen Rückblende über McCoys Zeit als junger Arzt auf dem vom Terror gebeutelten Planeten Ssan berichtet, ist so interessant, dass die Handlung locker für einen ganzen Roman gereicht hätte. Aber vor allem steht die wechselvolle Beziehung zwischen McCoy und seiner Ex Jocelyn im Mittelpunkt, und der Roman lebt, wie schon erwähnt, von großen Emotionen, ohne dabei in den Kitsch abzugleiten (und meine Kitsch-Toleranzgrenze ist ziemlich niedrig!)
Bis auf ein oder zwei kleinere Ungereimtheiten (*), die aber nicht störend ins Gewicht fallen, ist "Schatten auf der Sonne" ein wirklich schöner, warmherzig geschriebener Classic-Roman und genau das Richtige für McCoy-Fans.
* Wie bitte, Ungereimtheiten? Gemeint sind Flüchtigkeitsfehler, z.B. dieser hier:
S. 341: Assassinen stöhnten nicht, nicht einmal unter Todesqualen.
TOS Nr. 56, erschienen bei Heyne
(361 S., Original: Shadows on the Sun)
Abspann des 6. Star Trek-Kinofilms "Das unentdeckte Land": Mit einer ordentlichen Portion Wehmut blicken die in Ehren ergrauten Crewmitglieder der Enterprise ihrer Zukunft entgegen - sie sollen abgemustert und die gute, alte Enterprise eingemottet werden. Aber bevor es entgültig zurück in Richtung Erde geht, bekommen sie unerwartet einen letzten Auftrag von der Sternenflotte: Sie sollen ein Diplomatenehepaar zum Planeten Ssan bringen, wo sich eine Gruppe von Assassinen blutige Gefechte mit der Regierung liefert. Dr. McCoy ist der einzige, der sich über diesen Auftrag überhaupt nicht freut. Rund 40 Jahre zuvor war er bereits als Juniorarzt auf diesem Planeten stationiert und weiß, dass der Krieg zwischen den Assassinen und der Regierung mit den allerhärtesten Mitteln geführt wird. Als wäre das nicht genug, handelt es sich bei den beiden Diplomaten ausgerechnet um seine Exfrau Jocelyn und deren zweiten Mann Clay Treadway...
McCoy-Romane gehen eigentlich immer, da Pille erstens die sympathischste Figur der Originalcrew ist und zweitens, weil man in der Serie so gut wie nichts über ihn erfahren hat. Das allerletzte Abenteuer mit der Crew um Captain Kirk dreht sich voll und ganz um den guten Doktor.
Ich habe kurze Zeit vorher den unerträglich schmalzigen TNG-Roman "Tod im Winter" des gleichen Autors gelesen und war daher ein wenig skeptisch. Zum Glück hatte Michael Jan Friedman bei "Schatten auf der Sonne" ein viel besseres Händchen. Ohne Gefühlsduseleien kommt dieses Buch aber auch nicht aus, tatsächlich ist er wohl einer der emotionalsten Star Trek-Romane überhaupt. Komischerweise hat mich das diesmal aber überhaupt nicht gestört, sondern regelrecht ergriffen. Alle Charaktere, allen voran natürlich McCoy, sind wunderbar feinfühlig beschrieben. Darüber hinaus glänzt der Roman mit einer wirklich originellen und spannenden Story. Auch die Untergliederung in drei Teile gefällt mir gut. Besonders der 2. Teil, der in einer gut 120-seitigen Rückblende über McCoys Zeit als junger Arzt auf dem vom Terror gebeutelten Planeten Ssan berichtet, ist so interessant, dass die Handlung locker für einen ganzen Roman gereicht hätte. Aber vor allem steht die wechselvolle Beziehung zwischen McCoy und seiner Ex Jocelyn im Mittelpunkt, und der Roman lebt, wie schon erwähnt, von großen Emotionen, ohne dabei in den Kitsch abzugleiten (und meine Kitsch-Toleranzgrenze ist ziemlich niedrig!)
Bis auf ein oder zwei kleinere Ungereimtheiten (*), die aber nicht störend ins Gewicht fallen, ist "Schatten auf der Sonne" ein wirklich schöner, warmherzig geschriebener Classic-Roman und genau das Richtige für McCoy-Fans.
* Wie bitte, Ungereimtheiten? Gemeint sind Flüchtigkeitsfehler, z.B. dieser hier:
S. 341: Assassinen stöhnten nicht, nicht einmal unter Todesqualen.
Schon wenige Seiten später stöhnt der verwundete Chef-Assassine schmerzvoll auf und schreit sogar!
5/5
Charaktere getroffen? ****
Spannung: ***
Humor: *
Action: ***
Gefühl: *****
originelle Handlung? ***
Anspruch: ***
Vorwissen nötig?
Dieser Roman ist eher eine Charakterstudie und kann auch ohne Vorkenntnisse problemlos nachvollzogen werden.
Tod im Winter
Michael Jan Friedman
TNG, erschienen bei Cross Cult
TNG, erschienen bei Cross Cult
(352 S., Original: Death in Winter)
"Tod im Winter" wurde von Fans der Next Generation sehnsüchtig erwartet. Fünf lange Jahre wurde kein neuer TNG-Roman in Deutschland aufgelegt, nun war es endlich so weit. Entsprechend groß waren meine Erwartungen - und leider wurden sie enttäuscht.
Nach den Ereignissen von "Nemesis" ist auf der Enterprise E nichts mehr so, wie es vorher war. Auch die vertraute Stammbesatzung wurde reichlich dezimiert: Data ist tot, Will Riker, Deanna Troi und Beverly Crusher haben das Schiff verlassen. Kein Wunder also, dass Picard ziemlich melancholisch gestimmt ist - besonders der Weggang von Dr. Crusher macht ihm mehr zu schaffen als erwartet. Diese befindet sich derweil auf dem unwirtlichen Planeten Kevratas, dessen Bewohner von einer tödlichen Seuche befallen sind und zudem auch noch unter romulanischer Herrschaft stehen. Kaum ist Beverly auf dem Planeten angekommen, wird sie auch schon von einer alten Bekannten gefangengenommen: der Halbromulanerin Sela. Als Picard erfährt, dass Beverly vermisst wird, macht er sich mit zwei alten Freunden aus Stargazer-Tagen auf die Suche...
Meine Güte, was ist bloß mit Picard passiert? Er, der immer so souverän war, kühl, mit messerscharfen Verstand ausgestattet, ein brillianter Taktiker? Er, der schon so viel einstecken musste, und dennoch irgendwie damit fertig wurde und nur selten mal sein Innerstes preisgab? Alles vorbei. In diesem Buch jedenfalls ist er dermaßen gefühlsduselig, dass ich schon bald genervt die Augen verdrehte. In der Serie und den Filmen war schon ein gewisses Knistern zwischen Jean-Luc und Beverly zu spüren, aber ich hatte nie den Eindruck, dass die beiden sich vor Verlangen förmlich verzehren. Aus diesem Grund ist es schwer nachzuvollziehen, dass sich Picard plötzlich wie ein verknallter Teenager aufführt.
Der Autor kramt tief in der Mottenkiste und zaubert haufenweise bekannte Charaktere hervor (oder auch mir unbekannte Figuren, die man aber aus irgendwelchen anderen Romanen kennen soll), übertreibt damit aber gewaltig. Besonders der Auftritt eines gewissen Admirals trug überhaupt nicht zur Handlung bei und war somit eher ärgerlich als erfreulich. Von den vielen Figuren, die hier auftraten, kam nicht eine einzige halbwegs überzeugend rüber. Auch die vielen kleinen romulanischen Intrigen sind eher nervig als interessant und wurden in anderen Romanen schon viel spannender beschrieben. Insgesamt war mir der Schreibstil viel zu simpel. Die gesamte Story war dermaßen schnulzig, dass ich mich manchmal vor lauter Schwulst regelrecht schütteln musste. Besonders das Ende war eher etwas für die Fans von Cecilia Ahern als für Trekkies.
Um zumindest etwas Positives zu sagen: Es war ganz nett, ein paar Anekdoten aus Beverlys Jugend zu erfahren, und auch der vom Schnee bedeckte Planet Kevratas war recht reizvoll. Ansonsten gilt: Wer schon das Cover kitschig findet, der sollte gar nicht erst den Roman lesen.
Dann doch lieber einen der alten Romane lesen, von denen viele um Längen besser sind!
1,5/5
Charaktere getroffen? **
Spannung: *
Humor: **
Action: **
Gefühl: ****
originelle Handlung? *
Anspruch: **
Vorwissen nötig?
Ja, ohne Vorwissen geht es nicht. Man sollte fleißig TNG gesehen haben. Außerdem setzt Herr Friedman mal eben voraus, dass wir noch einige andere Romane aus seiner Feder kennen, wie z.B. "Wieder vereint" und die hierzulande nie erschienene Stargazer-Reihe.
Relikte
Michael Jan Friedman
TNG Nr. 37, erschienen bei Heyne
(235 S., Original: Relics)
"Relikte" ist das Buch zur TNG-Folge "Besuch von der alten Enterprise" und neben dem Deep Space Nine-Roman "Neuer Ärger mit den Tribbles" der einzige deutschsprachige Star Trek-Roman, dessen Vorlage eine normale 45-Minuten-Episode war.
Kurz zur Handlung: Captain Scott befindet sich auf dem Transportschiff Jenolen, dass ihn nach Norpin 5 fliegen soll. Nach ca. 50 Jahren in der Sternenflotte möchte er dort sein Leben als Rentner verbringen. Doch dazu kommt es nicht: Die Jenolen gerät in das Gravitationsfeld einer Dyson-Sphäre (wenn ich das richtig verstanden habe: Ein künstlicher Planet, der um eine Sonne errichtet wurde) und stürzt ab. Scott und der junge Fähnrich Franklin sind die einzigen Überlebenden. Da sie keine Vorräte besitzen, bleibt ihnen nur die Chance, ein Notsignal zu senden und ihre Atome im Musterpuffer des Transporterstrahls aufrechtzuerhalten. 75 Jahre später empfängt die Enterprise D dieses Notsignal. Sie können Scotty unversehrt aus dem Transporterstrahl befreien, Franklin allerdings kann nicht gerettet werden. Scott ist anfangs von der fortgeschrittenen Technik begeistert, bemerkt allerdings sehr schnell, dass sein eigenes technisches Wissen längst überholt ist. Nachdem er Geordi gehörig auf die Nerven gegangen ist, erhält er aber doch noch eine Chance, sein Können unter Beweis zu stellen: Die Enterprise D wird in das Innere der Dyson-Sphäre gezogen, und ihr droht dasselbe Schicksal wie der Jenolen...
Das war eine denkwürdige Episode, und auch der dazugehörige Roman enttäuscht nicht. Wie eigentlich immer geht auch hier die Handlung etwas weiter als im TV. So können wir am Anfang miterleben, wie es zum Absturz der Jenolen kam. Auch die berühmte Brückenszene auf dem Holodeck wird noch etwas aufgepeppt, indem Scott nicht nur die leere Brücke, sondern auch noch seine Enterprise-Kollegen generieren lässt. Hier werden sämtliche Klischees aufgefahren, die man sich denken kann: Spock zieht fasziniert eine Augenbraue hoch, Chekov bezeichnet Steak au poivre als eine russische Erfindung, Pille sagt "Ich bin Arzt, kein Bäcker" usw. Nun ja, für meinen Geschmack etwas zu dick aufgetragen.
Die "echten" Charaktere sind viel besser getroffen, allen voran natürlich Scotty. Es ist witzig, die beiden Chefingeniere Scott und LaForge zusammen zu erleben, das Technoblabla hielt sich dabei erfreulicherweise in Grenzen. Auch für reichlich Spannung ist gesorgt, als die Enterprise in das Innere der Dyson-Sphäre gerät. Die Nebengeschichte um einen aufsässigen Fähnrich ist recht unterhaltsam, allerdings ist das Ende etwas zu gefällig geraten. Aber schließlich geht es hier hauptsächlich um Scotty, und der Autor hat es wunderbar verstanden, diese in der Serie leider viel zu wenig beachtete Figur auf liebevolle Weise zu würdigen. Insgesamt ist "Relikte" ein schön geschriebener, nostalgischer und warmherziger Roman. Wem es nichts ausmacht, die Handlung schon aus dem Fernsehen zu kennen, kann hier getrost zugreifen.
4/5
Charaktere getroffen? ****
Spannung: ***
Humor: **
Action: ***
Gefühl: ****
originelle Handlung? ***
Anspruch: **
Vorkenntnisse nötig?
Man muss kein Star Trek-Experte sein, aber TOS und TNG sollte man ab und zu gesehen haben.
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TNG - Relikte
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