Willkommen auf meinem Star Trek-Blog! Seit ungefähr Anfang der 90er bin ich ein großer Star Trek-Fan, und irgendwann fing ich auch mal an, die Romane zu lesen. Dies soll ein Versuch sein, alle von mir geschriebenen Star Trek-Roman-Rezensionen einigermaßen kompakt zu präsentieren. Es würde mich freuen, wenn sich der eine oder andere bei meinen Bewertungen einen Tipp abholen kann. Wie man sehen kann, habe ich unter jede Rezension auch einzelne Aspekte wie Humor oder Spannung extra bewertet. Auch fehlte mir bei anderen Rezensionen immer der Hinweis, ob ein Star Trek-Roman auch für Nicht-Trekkies oder Neulinge geeignet ist oder nicht, deshalb gehe ich auch auf diesen Punkt ein.

Ich habe versucht, nicht allzuviel zu spoilern, aber absolute Spoiler-Allergiker möchte ich gleich darauf hinweisen, dass ich in fast jeder Rezi auch ein wenig auf den Inhalt des Buches eingehe. Ich finde es immer witzlos, wenn man rein gar nichts über das Thema eines Buches erfährt.

Ein Wort noch zu den verwendeten Fotos: Ich hätte die Cover auch einscannen können, fand aber die Idee mit den Fotos irgendwie schöner, gerade weil sie so dilettantisch aussehen ;-)
Kommentare, Tipps oder auch Rezensionswünsche sind jederzeit willkommen!

Und nun viel Spaß beim Stöbern!
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Samstag, 3. Juli 2010

Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart



Vonda McIntyre

Classic Nr. 15, erschienen bei Heyne

(315 S., Original: Star Trek IV - The Voyage Home)

Die Filme "Der Zorn des Khan",  "Auf der Suche nach Mr. Spock" und "Zurück in die Gegenwart" bilden eine Trilogie mit fortlaufender Handlung. Erfreulicherweise wurden die dazugehörigen Romane alle von der selben Autorin geschrieben, wodurch sich die drei Bücher wie aus einem Guss präsentieren.

Die Handlung des Films ist sicher jedem Star Trek-Fan bekannt, aber der Vollständigkeit halber fasse ich sie trotzdem kurz zusammen: Nachdem Kirk und Co. ihre Karrieren aufs Spiel gesetzt haben, um Körper und Geist ihres Kollegen Spock zu retten, machen sie sich mit ihrem gekaperten Klingonenschiff auf den Weg zur Erde, um sich für ihre Taten zu verantworten. Dort hat man derweil ganz andere Sorgen: Eine riesige Sonde nähert sich der Erde, sendet unverständliche Signale und sorgt für katastrophale Wetterverhältnisse. Spock findet heraus, dass sich die Signale an Buckelwale richten, eine Spezies, die von den Menschen im 21. Jahrhundert ausgerottet wurde. Also beschließen Kirk und seine Leute, per Zeitsprung Buckelwale aufzutreiben, damit diese in der Zukunft auf die Signale der Sonde antworten können. Der Zeitsprung gelingt und verschlägt unsere Helden in das Jahr 1986 nach San Francisco, Ausgangspunkt für eine abenteuerliche Waljagd der ganz besonderen Art...

Nach den eher düsteren Vorgängern zeigt sich Star Trek im vierten Film endlich mal wieder von seiner humorvollen Seite, etwas, dass zuletzt in diversen TOS-Folgen wie "Kennen Sie Tribbles?" oder "Epigonen" passierte. Kein Wunder, dass "Zurück in die Gegenwart" einer der beliebtesten Star Trek-Filme ist, vielleicht sogar DER beliebteste. Es ist einfach herrlich mitanzusehen, wie die wackeren Enterprise-Helden in diesem "extrem primitiven" Zeitalter mehr als einmal an ihre Grenzen stoßen, ohne dass sie dabei zu albernen Knallchargen mutieren. "MitanzuSEHEN" ist hierbei das Stichwort, denn in gelesener Form macht das Ganze leider nur halb soviel Spaß. Der Film lebt sehr von den Schauspielern, die sich als eingespieltes Team in Hochform präsentieren und denen man den Spaß, mal aus den üblichen Kulissen herauszukommen, förmlich ansieht. Diese Leichtigkeit geht im Roman zum Film leider weitestgehend verloren. Man merkt dem Buch auch an, dass Paramount der Autorin stärker als bei den Vorgängern auf die Finger schaute, so dass sie sich hier viel weniger austoben konnte. Über die vertrauten Charaktere erfährt man fast nichts Neues mehr, statt dessen werden belanglose Personen wie die beiden Müllmänner oder ein extrem paranoider Bürger San Franciscos etwas näher beleuchtet. Dies wirkt allerdings so halbherzig, dass wohl kaum ein Leser darauf anspringen wird.

Immerhin kann die Autorin ein paar Handlungslöcher stopfen, wie z.B. bei der Szene, als Scotty und McCoy dem Besitzer einer Plexiglasfirma die Formel für transparentes Aluminium anbieten. Zwar war diese Szene im Film lustig anzusehen, aber dass Scott die wunderbare Formel in Sekundenschnelle auf dem, selbst aus meiner heutigen Sicht, vorsintflutlichen Computer des Firmenchefs Nichols parat hatte, war absolut unglaubwürdig. Im Roman hingegen benötigt selbst Technik-Wunderknabe Scotty immerhin eine halbe Stunde dafür. Wir erfahren außerdem, worüber sich die Wale und die Sonde am Ende eigentlich unterhielten; im Film wurden wir darüber im Unklaren gelassen.

Dummerweise erschafft die Autorin selbst ein neues Logikloch: Laut der Meeresbiologin Gillian Taylor sollen "ihre" beiden Wale George und Gracie so früh wie möglich in die Freiheit entlassen werden, weil Gracie die Aufzucht ihres Kalbes erst von den wilden Artgenossen erlernen müsste. Später hat Taylor diese Bedenken nicht mehr, als George und Gracie in das 23. Jahrhundert verfrachtet werden sollen, wo es keine anderen Buckelwale mehr gibt.

Fazit: Im Gegensatz zum Vorgänger "Auf der Suche nach Mr. Spock" ist diesmal der Film gelungener als der Roman. Trotzdem funktioniert auch das Buch recht gut, weil nunmal die Handlung klasse ist und so tolle Elemente wie Zeitreise und jede Menge selbstironischen Humor beinhaltet. Und wem die Ökobotschaft zu aufdringlich erscheint, der sollte sich nur mal an aktuelle, von Menschen verursachte Klimakatastrophen erinnern.
Insesamt also ein lesenswerter Roman zu einem noch besseren Film.
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P.S. Das Cover ist zwar recht hübsch, allerdings nicht fehlerfrei, da Spock bei seinem Aufenthalt in der Vergangenheit die ganze Zeit keine Uniform, sondern seinen vulkanischen "Bademantel" trug.

3,5/5

Charaktere getroffen? ***
Spannung: **
Humor: ***
Action: **
Gefühl: **
originelle Handlung? ****
Anspruch: **


Vorwissen nötig?
Ich kenne einige Leute, die den vierten Film toll finden, auch wenn sie sonst nie Star Trek sehen. Der Roman kann also auch von Leuten ohne Vorwissen problemlos verstanden werden, selbst wenn er der dritte Teil einer Trilogie ist.

Samstag, 12. Juni 2010

Generationen


John Vornholt

Starfleet Kadetten Nr. 1, erschienen bei Heyne

(123 S., Original: Star Trek - Generations)

Diese Rezension ist dem Tauschticket-Mitglied Benog gewidmet, der mir zusätzlich zu den drei angeforderten Star Trek-Romanen auch noch dieses Buch in den Umschlag packte. Bis dahin wollte ich die Kadetten-Reihe eigentlich ignorieren, aber nun MUSSTE ich ja weitersammeln...

Beim Jungfernflug der Enterprise-B kommt der Ehrengast James T. Kirk scheinbar ums Leben, als das nagelneue Schiff von einem Energieband getroffen wird. 78 Jahre später bekommt es auch die Crew der Enterprise-D mit genau diesem Energieband zu tun, ausgelöst durch den fanatischen Wissenschafter Dr. Soran. Dessen Ziel ist es, in den "Nexus" zu gelangen, einer Art Traumland außerhalb des normalen Raum-Zeit-Gefüges. Aber nicht nur Soran wird in den Nexus gezogen, sondern auch Picard...

Naja, ein richtiger Kadettenroman ist dieses Buch nicht, sondern nur die abgespeckte Variante von J.M. Dillards Roman zum 7. Star Trek-Kinofilm. Dieser war wohl der erste Star Trek-Roman, den ich je gelesen habe. Ich weiß noch, dass ich ihn viel besser fand als den Film selber und dass die Autorin viele eigene Ideen einbrachte. In John Vornholts "Light-Version" ist für zusätzliche Szenen natürlich kein Platz, und auch sprachlich kann dieser Roman nicht im Geringsten mit der "Vollversion" mithalten. Die Handlung ist stark gerafft, auf nichts wird genauer eingegangen, und der Stil gleicht einem Schüleraufsatz der 5. Klasse. Ich weiß auch nicht so genau, wieso ich den Roman trotzdem gar nicht mal so schlecht fand, vielleicht habe ich mich nur an das Niveau der Kadettenromane gewöhnt. Immerhin lässt sich der Roman schnell lesen und weckte bei mir die Lust, mir mal wieder den dazugehörigen Film anzusehen. Die Farbfotos mit Filmszenen sind ebenfalls eine nette Zugabe, allerdings fehlen hier die Schwarzweißfotos und die Hintergrundinformationen, die in dem normalen Filmroman enthalten sind.

Fazit: Wenn man dieses Buch mit den anderen Kadettenromanen vergleicht, schneidet es ganz gut ab. Trotzdem ist diese Leichtfassung wohl der überflüssigste Star Trek-Roman überhaupt! Ich rate ich jedem Star Trek-Fan, lieber die Normalfassung von J.M. Dillard zu lesen, die ist um Längen besser.

2,5/5

Charaktere getroffen? *
Spannung: **
Humor: **
Action: ***
Gefühl: **
originelle Handlung? **
Anspruch: *

Vorwissen nötig?

Dieser Roman ist in der Kadettenfassung so simpel geschrieben, dass wohl niemand davon überfordert sein dürfte.

Donnerstag, 10. Juni 2010

Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock


Vonda McIntyre

TOS Nr. 5, erschienen bei Heyne

Die Handlung des 3. Star Trek-Films (und natürlich auch die des dazugehörigen Romans) knüpft nahtlos an den Vorgänger "Der Zorn des Khan" an. Den sollte man auf alle Fälle kennen, um der Handlung des Nachfolgers folgen zu können.

Nachdem sich Spock geopfert hat, um seine Schiffskameraden vor der Genesis-Welle zu retten, kehrt die Enterprise schwer angeschlagen zur Erde zurück. Allerdings soll das legendäre Schiff gar nicht repariert, sondern ausgemustert werden. Kirk erhält unerwarteten Besuch von Spocks Vater Sarek, der ihm vorwirft, Spock im Stich gelassen zu haben. Nur Spocks Körper sei tot, sein Geist, die Katra, sei noch vorhanden und könne vielleicht noch gerettet werden. Sie erkennen, dass Spock vor seinem Tod seine Katra auf McCoy übertragen hat, der sich seit einiger Zeit ziemlich seltsam verhalten hat. Kirk und seine Crew riskieren ihre Karrieren, um die Enterprise aus dem Raumdock zu stehlen und zum neuentstandenen Planeten Genesis zurückzukehren, auf dem sich Spocks Sarg befindet...

Wie schon im Vorgängerroman geht die Handlung in diesem Buch weit über die Filmhandlung hinaus. Im Film wurde schlichtweg ignoriert, dass bei der Auseinandersetzung mit Khan neben Spock auch noch andere Personen ihr Leben lassen mussten, zum Beispiel Scotts Neffe Peter Preston oder das Wissenschaftsteam der Station Regula I. Im Buch wohnt Scott der Beerdigung seines Neffen bei, während Carol Marcus die Familie ihres von Khan ermordeten Geliebten besucht. Das ist zwar alles sehr behutsam geschildert, allerdings nehmen diese Szenen noch mehr Tempo aus der ohnehin schon langsamen Filmhandlung. In der ersten Hälfte ist die Stimmung derart schwermütig, dass einen der Roman regelrecht runterziehen kann. Das soll aber keine Kritik sein, immerhin ist das Stimmungstief ja in dieser Situation absolut nachvollziehbar. Die Hauptcharaktere und deren Gefühle sind sehr schön wiedergegeben. Der Bösewicht Kruge kommt zwar nicht so lächerlich rüber wie im Film, bleibt aber trotzdem eine farblose Figur, besonders nachdem man mit Khan einen wirklich interessanten Gegner erleben konnte.

Wie soll ich das Buch bewerten? Der Film ist nicht besonders spannend und hat definitiv einige Längen. Auch beim Buch können die Abschnitte mit der Trauerbewältigung schon mal ein wenig lang werden. Weil man dabei aber sehr viel über die Charaktere erfährt, die gute Chemie zwischen den Figuren perfekt wiedergegeben und viele Löcher in der Filmhandlung gestopft werden, würde ich den Roman insgesamt als gelungen bezeichnet. Mir hat er jedenfalls besser gefallen als die Filmvorlage.

3,5/5

Charaktere getroffen? ****
Spannung: *
Humor: *
Action: **
Gefühl: ***
originelle Handlung? **
Anspruch:
**

Vorwissen nötig?
Den 2. Film sollte man auf jeden Fall kennen (oder den Roman zum 2. Film gesehen haben.)

Star Trek II: Der Zorn des Khan


Vonda McIntyre

TOS Nr. 1, erschienen bei Heyne

(240 S., Original: Star Trek II - The Wrath of Khan)

Den Roman zum 2. Star Trek-Film habe ich vor Jahren gelesen, und nun ein zweites Mal. Beim ersten Mal hat mir das Buch besser gefallen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich im Gegensatz zu damals jetzt jede Menge bessere Star Trek-Romane kenne.

Die Handlung ist natürlich dieselbe wie im Film: Das Wissenschaftsteam um Dr. Carol Marcus hat ein Terraforming-Projekt namens "Genesis" entwickelt, das in falschen Händen auch als furchtbare Waffe missbraucht werden könnte. Auf der Suche nach einem geeigneten Planeten für einen Testeinsatz des Projekts stoßen Captain Terrell von der U.S.S. Reliant und sein Erster Offizier Pavel Chekov auf Khan Noonien Singh und seine Anhänger, die in der TOS-Folge "Der schlafende Tiger" von Kirk auf diesem Planeten ausgesetzt wurden. Khan macht die beiden Sternenflottenoffiziere durch Ceti-Aale gefügig und erfährt so vom Genesis-Projekt. Mit der gekaperten Reliant begibt sich Khan auf den Weg zur Forschungsstation Regula I, um die Genesis-Technologie an sich zu reißen und damit Rache an seinem Erzfeind James T. Kirk zu nehmen. Mit einer größtenteils aus unerfahrenen Kadetten bestehenden Crew stellt sich die Enterprise dem Tyrannen entgegen. Ein gnadenloses Gefecht beginnt, das am Ende einen hohen Preis fordert...

"Der Zorn des Khan" ist mein Lieblingsfilm von Star Trek, den ich mir bestimmt schon 20 Mal angesehen habe. Mit der Bewertung des dazugehörigen Romans tat ich mich allerdings ziemlich schwer. Durch die tolle Filmvorlage kann der Roman natürlich nicht völlig schlecht sein, und tatsächlich hat er mir gut gefallen. Das größte Plus des Romans ist die Tatsache, dass hier noch sehr viele Details untergebracht wurden, die man im Film vergebens sucht, und davon profitiert vor allem die Figur von Spocks Schützling Saavik. Diese stellt sich als Halbromulanerin mit dramatischer Vergangenheit heraus. Dadurch werden einige Filmszenen plausibler, und nebenbei wurden auch die Vorlagen geschaffen, aus dem später der tolle Roman "Das Pandora-Prinzip" von Carolyn Crowes entstand. Aber auch auf Peter Preston, das Wissenschaftsteam auf Regula I oder Khans rechte Hand Joachim geht Autorin Vonda McIntyre ausführlich ein. Die Gedanken und Gefühle der Personen kommen sehr schön rüber, und das Ende ist genauso herzzereißend wie im Film.


Leider hat der Roman zwei dicke Minuspunkte, die letztendlich der Grund für den Punktabzug sind. Der erste betrifft die Übersetzung und das Lektorat. Gerade die frühen Heyne-Romane strotzen nur so vor Rechtschreibfehlern und holprigen Übersetzungen, die mit der deutschen Synchronisation nur wenig gemeinsam hatten, und natürlich gilt das auch für den allerersten Star Trek-Roman von Heyne. Dieses Buch, das mindestens 12 Mal aufgelegt wurde, hätte ruhig irgendwann mal eine Überarbeitung erfahren dürfen.
Das zweite Manko bezieht sich ausgerechnet auf den eigentlichen Star des Films. Vonda McIntyre hat jede Figur wunderbar charakterisiert, mit einer Ausnahme: Khan! Der Film lebt sehr von der Präsenz des charismatischen Ricardo Montalbán, der Khan bei aller Besessenheit eine sehr kultivierte Note verlieh und aus der Figur den denkwürdigsten Star Trek-Schurken aller Zeiten machte. Im Roman dagegen kommt Khan eher wie ein fanatischer Irrer rüber, vom "überlegenen Intellekt" keine Spur. Das könnte natürlich auch daran liegen, dass man die ausufernden Gewaltszenen auf Regula I, die im Buch ausführlich geschildert werden, im Film nicht zu sehen bekam.

Trotz dieser Mängel stellt dieser Roman eine tolle Ergänzung zum Film dar, gerade wegen der vielen zusätzlichen Szenen. Obwohl die Figurenbeschreibung manchmal ein bisschen zu ausführlich geriet (ich denke da an das Wissenschaftsteam), ist es doch sehr lobenswert, dass diese Charaktere an Hintergrund und Profil gewinnen. Letztendlich ist ein Filmroman wie dieser wesentlich interessanter als ein stures Wiedergeben der Filmhandlung.

Fazit: Ein wirklich guter Roman zu einem noch besseren Film.

4/5

Charaktere getroffen? ****
Spannung: ****
Humor: *
Action: ***
Gefühl: ****
originelle Handlung? **
Anspruch:
**

Vorwissen nötig?
Ich denke, damit kommen auch Nicht-Trekkies klar.

Star Trek - Der Film


Gene Roddenberry

TOS Nr. 41, erschienen bei Heyne

(232 S., Original: Star Trek - The Motion Picture)

Der erste Star Trek Film stellt selbst unter beinharten Star Trek-Fans so etwas wie das ungeliebte Kind dar. Auch ich war nicht sonderlich angetan von diesem immens langsamen Film, in dem man gefühlte 10 Stunden lang die Außenansicht der Enterprise von allen Seiten betrachten durfte und die Crew in seltsamen pastellfarbenen Pyjamas herumlief. Der dazugehörige Roman stand lange Zeit nur der Vollständigkeit halber in meinem Regal, und nun habe ich mich endlich dazu aufgerafft, ihn zu lesen. Und welch eine Überraschung - der Roman ist kein bisschen langweilig, sondern ungeheuer fesselnd! Natürlich auch deshalb, weil er nicht von irgendeinem x-beliebigen Autor geschrieben wurde, sondern von Star Trek-Erfinder Gene Roddenberry höchstpersönlich. Die Figuren kommen hier sehr viel lebendiger als im Film rüber, weil wir im Roman ihre Gedanken und Gefühle miterleben dürfen. So wird die Angst, die die riesige, unbekannte Wolke verbreitet, im Gegensatz zum Film wirklich spürbar. Auch die Konflikte und Spannungen innerhalb der Crew, allen voran der Machtkampf zwischen Kirk und Decker, sind ungleich besser beschrieben. Roddenberry kannte natürlich die Figuren wie kein zweiter, und das konnte man beim Lesen deutlich spüren. Er hat es geschafft, aus einer ziemlich öden Filmvorlage einen wirklich faszinierenden Roman zu machen. Ich möchte außerdem anmerken, dass von den über 100 Star Trek-Romanen, die ich bisher gelesen habe, der Science Fiction-Faktor bei diesem Buch am größten ist. Also, Trekkies und/oder SF-Fans, traut euch ruhig ohne Vorurteile an diesen Roman, es lohnt sich!

4/5

Charaktere getroffen: ****
Spannung: **
Humor: *
Action: *
Gefühl: **
Originellität: **
Anspruch:
****

Vorkenntnisse nötig?
Nein. Dieser Roman (wie der Film) ist sogar eher etwas für solche SF-Fans, denen Star Trek normalerweise nicht science-fictionmäßig genug ist.