Gene Roddenberry
TOS Nr. 41, erschienen bei Heyne
(232 S., Original: Star Trek - The Motion Picture)
Der erste Star Trek Film stellt selbst unter beinharten Star Trek-Fans so etwas wie das ungeliebte Kind dar. Auch ich war nicht sonderlich angetan von diesem immens langsamen Film, in dem man gefühlte 10 Stunden lang die Außenansicht der Enterprise von allen Seiten betrachten durfte und die Crew in seltsamen pastellfarbenen Pyjamas herumlief. Der dazugehörige Roman stand lange Zeit nur der Vollständigkeit halber in meinem Regal, und nun habe ich mich endlich dazu aufgerafft, ihn zu lesen. Und welch eine Überraschung - der Roman ist kein bisschen langweilig, sondern ungeheuer fesselnd! Natürlich auch deshalb, weil er nicht von irgendeinem x-beliebigen Autor geschrieben wurde, sondern von Star Trek-Erfinder Gene Roddenberry höchstpersönlich. Die Figuren kommen hier sehr viel lebendiger als im Film rüber, weil wir im Roman ihre Gedanken und Gefühle miterleben dürfen. So wird die Angst, die die riesige, unbekannte Wolke verbreitet, im Gegensatz zum Film wirklich spürbar. Auch die Konflikte und Spannungen innerhalb der Crew, allen voran der Machtkampf zwischen Kirk und Decker, sind ungleich besser beschrieben. Roddenberry kannte natürlich die Figuren wie kein zweiter, und das konnte man beim Lesen deutlich spüren. Er hat es geschafft, aus einer ziemlich öden Filmvorlage einen wirklich faszinierenden Roman zu machen. Ich möchte außerdem anmerken, dass von den über 100 Star Trek-Romanen, die ich bisher gelesen habe, der Science Fiction-Faktor bei diesem Buch am größten ist. Also, Trekkies und/oder SF-Fans, traut euch ruhig ohne Vorurteile an diesen Roman, es lohnt sich!
4/5
Charaktere getroffen: ****
Spannung: **
Humor: *
Action: *
Gefühl: **
Originellität: **
Anspruch: ****
Vorkenntnisse nötig?
Nein. Dieser Roman (wie der Film) ist sogar eher etwas für solche SF-Fans, denen Star Trek normalerweise nicht science-fictionmäßig genug ist.