Willkommen auf meinem Star Trek-Blog! Seit ungefähr Anfang der 90er bin ich ein großer Star Trek-Fan, und irgendwann fing ich auch mal an, die Romane zu lesen. Dies soll ein Versuch sein, alle von mir geschriebenen Star Trek-Roman-Rezensionen einigermaßen kompakt zu präsentieren. Es würde mich freuen, wenn sich der eine oder andere bei meinen Bewertungen einen Tipp abholen kann. Wie man sehen kann, habe ich unter jede Rezension auch einzelne Aspekte wie Humor oder Spannung extra bewertet. Auch fehlte mir bei anderen Rezensionen immer der Hinweis, ob ein Star Trek-Roman auch für Nicht-Trekkies oder Neulinge geeignet ist oder nicht, deshalb gehe ich auch auf diesen Punkt ein.

Ich habe versucht, nicht allzuviel zu spoilern, aber absolute Spoiler-Allergiker möchte ich gleich darauf hinweisen, dass ich in fast jeder Rezi auch ein wenig auf den Inhalt des Buches eingehe. Ich finde es immer witzlos, wenn man rein gar nichts über das Thema eines Buches erfährt.

Ein Wort noch zu den verwendeten Fotos: Ich hätte die Cover auch einscannen können, fand aber die Idee mit den Fotos irgendwie schöner, gerade weil sie so dilettantisch aussehen ;-)
Kommentare, Tipps oder auch Rezensionswünsche sind jederzeit willkommen!

Und nun viel Spaß beim Stöbern!
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Donnerstag, 10. Juni 2010

Invasion 4: Die Raserei des Endes


Dafydd Ab Hugh

Voyager Nr. 9, erschienen bei Heyne

(361 S., Original: Invasion! - The Final Fury)

Mit dem Voyager-Roman "Die Raserei des Endes" (dämlicher deutscher Titel) endet die serienübergreifende Invasion-Reihe. Die Voyager empfängt einen Notruf von der Sternenflotte, was im Deltaquadranten schon ungewöhnlich genug ist. Das Signal des Notrufes führt sie zum Furien-Planeten, der von sage und schreibe 27 Milliarden Lebewesen bevölkert wird. Und sie treffen dort auch auf den stark mitgenommenen Lt. Redbay, der im 2. Teil der Serie in einer Kamikaze-Aktion mit einem Shuttle durch das künstliche Wurmloch flog und von dem wir ausgingen, dass er tot sei. Das Ziel der Furien ist es, ihren ganzen Planeten durch das Wurmloch zu transportieren, um ihre alte Heimat im Alphaquadranten zurückzuerobern. Allerdings ist die alte Heimat in der Zwischenzeit schon von den Föderationsvölkern besiedelt. Janeway steht vor der schwierigen Entscheidung, einen Völkermord mit 27 Milliarden Opfern zu begehen oder den Alphaquadranten aufs Spiel zu setzen.

Dieser Roman hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Er liest sich ganz angenehm und leicht, obwohl wie schon beim Vorgänger jede Menge Technoblabla vorkommt. Allerdings habe ich nach den drei knallharten Vorgängern ein bisschen mehr Spannung und Horror erwartet. Dem war leider nicht so, von den Furien bekam man außer am Anfang nicht allzuviel mit. Statt konzentrierte sich der Autor verstärkt auf die Charaktere, was ich normalerweise auch begrüße. Die Figuren handelten aber oft nicht so, wie ich es von ihnen gewohnt war: Janeway schien ihre Führungsqualitäten verloren zu haben und glänzte statt dessen als brilliante Technikerin, der sonst so besonnene Chakotay steuerte die Voyager ohne Schilde in die Sonne, B'Elanna wurde von Selbstzweifeln geplagt, Tuvok war derjenige, der am meisten Angst vor den Furien hatte und Neelix war in diesem Roman ziemlich miesepetrig und meckerte ständig an Janeway herum. Der große Showdown war nur mäßig spannend, ganz okay, aber mehr auch nicht. Irgendwie wurde das Ende dieser Serie nicht gerecht, deren hervorstechendstes Merkmal die unheimliche Spannung war. Auf der anderen Seite war es schön, dass hier viel deutlicher auf die vergangenen Romane zurückgegriffen wurde, als es beim TNG- und DS9-Teil war. Alles in allem ist "Die Raserei des Endes", wenn man ihn einzeln betrachtet, ein grundsolider Voyager-Roman, als Teil der Serie aber leider eher schwach.

2,5/5

Charaktere getroffen? **
Spannung: ***
Humor: **
Action: **
Gefühl: *
originelle Handlung? **
Anspruch:
*

Vorwissen nötig?
Eigentlich nicht, auch wenn der Roman ein bisschen auf den TNG-Teil eingeht. Vielleicht wäre es von Vorteil, die eine oder andere Voyager-Folge gesehen zu haben.

Invasion 3: Der Feind der Zeit


L.A. Graf

DS9 Nr. 19, erschienen bei Heyne

(440 S., Original: Invasion! - Time's Enemy)

Beim 3. Teil der Invasionsreihe muss sich diesmal die DS9-Crew mit den Furien umherschlagen. Oder doch nicht? Denn eigentlich werden die Furien hier nur am Rande erwähnt, statt dessen bekommen es Sisko und Co. mit den Gegnern zu tun, die die Furien damals besiegten. Am Anfang des Romans wird das vereiste, 5000 Jahre alte Wrack eines Raumschiffes gefunden. Zum Entsetzen aller handelt es sich hierbei um die Defiant, und damit nicht genug: An Bord befindet sich in einem Stasisbehälter der Dax-Symbiont! Anscheinend wurde die Zeit verändert, und Sisko und seine Crew versuchen herauszufinden, was zu diesem Ereignis führte. Um Antworten zu finden, müssen sie in das Wurmloch reisen...

Teil 3 der Invasionsreihe braucht eine Weile, um in die Gänge zu kommen. Hat man erst mal ca 200 Seiten voller Techno-Blabla überstanden, wird die Geschichte unglaublich spannend, düster und regelrecht morbide. L.A. Graf hat sich sicherlich von den "Alien"-Filmen inspirieren lassen, z.B. bekommt der Leser nur eine Ahnung über das Aussehen der Gegner, aber keine genaue Beschreibung. Diese Wesen können Schilde durchdringen, im Vakuum überleben und mit Hilfe einer Säure selbst die härteste Panzerung auflösen. Es gibt ein paar klassische Horrorszenen, die für reichlich Spannung sorgen: Bashir, der in der stockfinsteren Krankenstation den Dax-Symbionten vor einem Alien schützen muss, Kira und Bashir, die in einem Turbolift feststecken, während sich eines dieser feindlichen Wesen nähert, ein Jem´Hadar, der langsam bei lebendigem Leib gefressen wird... Die Invasions-Romane sind wohl mit das Gruseligste und Spannenste, was Star Trek in Buchform zu bieten hat. Mir gefällt am dritten Teil, dass diese Geschichte in dieser Form wirklich nur der Deep Space Nine-Crew so passieren konnte. So tauchen z.B. die Wurmloch-Propheten auf, bajoranische Terroristen, Kai Winn usw. So ist der dritte Invasionsroman zwar Teil des Ganzen, aber dennoch typisch DS9. Dieses Buch punktet nicht nur mit reichlich Spannung, sondern auch mit einer raffinierten und gut durchdachten Story.

Fazit: "Der Feind der Zeit" ist fast so gut wie der erste Teil der Invasions-Saga und deutlich besser als der TNG-Teil. Schade allerdings, dass die Furien selbst nur eine untergeordnete Rolle spielen. Und auch ein paar Seiten weniger hätten dem Roman gut getan.

3,5/5

Charaktere getroffen? ***
Spannung: ****
Humor: **
Action: ****
Gefühl: *
originelle Handlung? ***
Anspruch:
**

Vorwissen nötig?
Man muss zwar nicht die ganze Serie kennen, aber man sollte DS9 doch häufiger gesehen haben. Wie alle Invasions-Bücher funktioniert auch Teil 3 als Einzelroman.

Invasion 2: Soldaten des Schreckens


Kristine Kathryn Rusch, Dean Wesley Smith


TNG Nr. 54, erschienen bei Heyne

(249 S., Original: Invasion! - The Soldiers of Fear)

Im zweiten Teil der "Invasion"-Serie bekommt es diesmal die Crew um Captain Picard mit den Furien zu tun, die schon Kirk und Co. das Leben schwer machten. Die dämonischen Furien kommen aus einem künstlich erzeugten Wurmloch und haben eine besonders perfide Waffe entwickelt: Einen Strahl, der die Besatzungsmitglieder der Enterprise mit ihren schlimmsten Ängsten konfrontiert. Die Panikattacken setzen große Teile der Crew außer Gefecht. Die einzige Möglichkeit scheint eine Kamikaze-Aktion zu sein...

Der 2. Teil fällt gegenüber dem Vorgänger deutlich ab. Das liegt zum einen daran, dass das Buch mit seinen gerade mal 248 Seiten ein bisschen zu knapp ausgefallen ist. Die Autoren hätten meiner Meinung nach ausführlicher über die Ängste der Crew berichten können. Der Gegner wird bei weitem nicht so gut charakterisiert wie beim Vorgänger. Kirks Widersacher war ein faszinierender, düsterer und vielschichtiger Charakter, Picards Gegner ist einfach nur eklig und böse. Außerdem wird der Verlauf der Handlung wie mit einem großen roten Pfeil angezeigt: Es kommt genau so, wie man es erwartet. Ich will den Roman nicht völlig schlecht machen, schließlich habe ich mich beim Lesen keine Sekunde gelangweilt. "Soldaten des Schreckens" ist enorm spannend, aber leider nicht so gut wie der erste Teil.

2,5/5

Charaktere getroffen: **
Spannung: ****
Humor: *
Action: ***
Gefühl: *
originelle Handlung? *
Anspruch: *

Vorwissen nötig?
Ein paar TNG-Folgen gucken, und schon kann's losgehen. Den 1. Roman der Invasionsreihe muss man nicht unbedingt kennen.

Invasion 1: Der Erstschlag


Diane Carey

TOS Nr. 94, erschienen bei Heyne

(362 S., Original: Invasion! First Stike)

"Invasion" ist eine vierteilige Romanserie, die alle TV-Serien von TOS bis Voyager umfasst. Der erste Roman "Der Erstschlag" beginnt folglich zur Zeit der Classic-Serie.

Am Anfang des Buches bittet der klingonische General Kellen Kirk um Hilfe: Die Enterprise soll zusammen mit einer klingonischen Armada gegen eine Invasion von furchteinflößenden, mächtigen Aliens kämpfen. Diese scheinen direkt der Hölle entsprungen zu sein. Kirk, der sich soeben noch in einem Schlachtgetümmel gegen die Klingonen befand, in deren Verlauf Spock schwer verletzt wurde, willigt nur ungern ein. Er zieht es vor, zuerst mit den Fremden zu reden, zum Entsetzen des klingonischen Generals. Trotz des dämonischen Aussehens der Invasoren deutet sich eine vorsichtige Freundschaft zwischen Kirk und dem Alienanführer Zennor an. Doch durch Machtspiele innerhalb der Invasoren-Crew und durch die Aggression der Klingonen überschlagen sich die Ereignisse...

"Der Erstschlag" war der spannenste Star Trek-Roman, den ich dahin gelesen habe (gut, allzuviele waren es damals noch nicht, im Vergleich zu heute). Die unheimlichen, dämonenartigen Fremdlinge mit ihrem Bio-Schiff sind derart gruselig, dass man sich hier fast schon in einem Horrorszenario wähnt. Gleichzeitig geht auch eine gewaltige Faszination von diesen Aliens aus, insbesondere von dem Anführer Zennor und seinem Widersacher Garamanus. Der geschichtliche Hintergrund dieser Aliens ist ausgesprochen interessant. Irgendwie mochte ich auch den charismatischen Klingonengeneral Kellen, der von dem legendären Kirk schwer enttäuscht ist. Ich muss mich ihm da anschließen, schließlich unterlaufen dem Captain in diesem Roman gleich mehrere kapitale Fehler, die mich glatt an seinem Verstand zweifeln ließen. Die unheimliche Atmosphäre verleiht dem Roman einen gehörigen Spannungsbogen, so dass es mir schwer fiel, das Buch aus der Hand zu legen. Ich finde es gut, dass das Buch in sich abgeschlossen ist, obwohl es sich ja um eine Romanserie handelt. Zwar wird am Ende angedeutet, dass die Invasoren-Story noch nicht vorbei ist, aber trotzdem funktioniert "Erstschlag" auch als einzelner Roman wirklich gut. Sehr gelungen!

4/5

Charaktere getroffen? ***
Spannung: *****
Humor: *
Action: ***
Gefühl: *
originelle Handlung? **
Anspruch:
*

Vorwissen nötig?
Nö, das geht auch so.