Willkommen auf meinem Star Trek-Blog! Seit ungefähr Anfang der 90er bin ich ein großer Star Trek-Fan, und irgendwann fing ich auch mal an, die Romane zu lesen. Dies soll ein Versuch sein, alle von mir geschriebenen Star Trek-Roman-Rezensionen einigermaßen kompakt zu präsentieren. Es würde mich freuen, wenn sich der eine oder andere bei meinen Bewertungen einen Tipp abholen kann. Wie man sehen kann, habe ich unter jede Rezension auch einzelne Aspekte wie Humor oder Spannung extra bewertet. Auch fehlte mir bei anderen Rezensionen immer der Hinweis, ob ein Star Trek-Roman auch für Nicht-Trekkies oder Neulinge geeignet ist oder nicht, deshalb gehe ich auch auf diesen Punkt ein.

Ich habe versucht, nicht allzuviel zu spoilern, aber absolute Spoiler-Allergiker möchte ich gleich darauf hinweisen, dass ich in fast jeder Rezi auch ein wenig auf den Inhalt des Buches eingehe. Ich finde es immer witzlos, wenn man rein gar nichts über das Thema eines Buches erfährt.

Ein Wort noch zu den verwendeten Fotos: Ich hätte die Cover auch einscannen können, fand aber die Idee mit den Fotos irgendwie schöner, gerade weil sie so dilettantisch aussehen ;-)
Kommentare, Tipps oder auch Rezensionswünsche sind jederzeit willkommen!

Und nun viel Spaß beim Stöbern!

Freitag, 11. Juni 2010

Träumen Kometen?


S.P. Somtow

TNG Nr. 79, erschienen bei Heyne

(234 S., Original: Do Comets Dream?)

Von diesem Roman habe ich eigentlich nicht viel erwartet angesichts größtenteils negativer Kundenrezensionen auf amazon.de. (Grundaussage: "Das ist kein Star Trek!") Nun habe ich ihn gelesen und war angenehm überrascht. Dieses Buch ist tatsächlich ein wenig seltsam, aber ich persönlich fand sowohl die Story als auch den besonderen Schreibstil sehr reizvoll.

Schauplatz der Geschichte ist der Planet Thanet, auf dem alle 5000 Jahre alles Leben durch einen Kometen ausgelöscht wird. Nun steht wieder das Ende des fünftausendjährigen Zyklus bevor. Die technisch fortgeschrittene, aber in einem starren Kastensystem lebende und streng religiöse Bevölkerung von Thanet bereitet sich auf den Untergang ihrer Welt vor. Dies erfährt Captain Picard durch einen geheimen Bericht des auf Thanet lebenden menschlichen Xenologen Dr. Halliday. Der Komet, der sich dem Planeten nähert, könnte ganz einfach zerstört werden, dies würde aber gegen die oberste Direktive verstoßen und das religiöse Weltbild der Thaneter durcheinanderbringen. Trotz aller Bedenken möchte Picard den Kometen zerstören lassen, als Deanna auf einmal eine erschreckende Entdeckung macht: Der bedrohliche Himmelskörper wird von einem Kind gelenkt, dessen Nervensystem untrennbar mit dem steuerbaren Kometen verbunden ist...

Dieser Roman ist wirklich ungewöhnlich, da es hier nicht primär um die Enterprise-Crew geht, auch die Lösung des Problems ist nicht die Hauptsache und wird ziemlich verkürzt dargestellt. Der Autor befasst sich vielmehr mit der Kultur von Thanet und dessen Zwillingsplaneten Thanit und dem Kreislauf der immer wiederkehrenden Zerstörung. Durch die mittelalterlich-dogmatische Religion, die Sitten und Mythen und solcher Elemente wie kybernetische Drachenwesen erhält dieser Roman einen starken Fantasy-Touch, der in Hinsicht auf Star Trek ungewohnt, aber dennoch sehr reizvoll ist. Durch die knapp gehaltenen Beschreibung der Handlung und die teilweise äußerst kurzen Kapitel hat man man manchmal das Gefühl, ein Protokoll zu lesen, besonders wenn das Geschehen an Bord der Enterprise stattfindet (das wird wohl es wohl sein, das so manchem Leser missfallen hat). Immer möchte ich so etwas sicher nicht lesen, als kleine Abwechslung ist der mythische Trip in die Kultur der Thaneter und Thaniter jedoch sehr erfrischend und originell.

4/5

Charaktere getroffen? **
Spannung: ***
Humor: **
Action: *
Gefühl: **
originelle Handlung? ****
Anspruch: ****

Vorwissen nötig?

Nein, eigentlich nicht. In diesem Roman steht die Enterprise-Crew so wenig im Vordergrund, dass auch normale SF- oder auch Fantasy-Fans diesen Roman ohne Probleme lesen können. Zwar ist hier Simon Tarses eine der Hauptfiguren, den man nur in einer einzigen TNG-Folge ("Das Standgericht") zu Gesicht bekam, allerdings muss man die Folge nicht unbedingt kennen.

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