Greg Bear
TOS Nr. 16, erschienen bei Heyne
(224 S., Original: Corona)
Tja, es gibt eindeutig bessere Star Trek-Romane...zum Beispiel fast alle anderen, die ich bisher gelesen habe.
Kurz zum Inhalt: Die Enterprise empfängt einen 10 Jahre alten Notruf von einer vulkanischen Forschungsstation. Als Kirk und seine Crew dort eintreffen, müssen sie feststellen, dass die dort lebenden vulkanischen Wissenschaftler sich ziemlich seltsam verhalten und nicht sehr kooperativ sind. Ihre Persönlichkeiten werden von einem fremden Bewusstsein namens "Corona" gelenkt, und auch die Enterprise-Crew bekommt diese fremde Macht sehr bald zu spüren...
Als Trekkie tut es mir wirklich leid, dass ich einen Star Trek-Roman so schlecht bewerten muss, aber dieser Roman war dermaßen öde, dass die Lektüre eher eine mühselige Quälerei war. Ich frage mich, ob der Autor überhaupt jemals Star Trek gesehen hat: Die vertrauten Figuren erkenne ich überhaupt nicht wieder, und dann lässt er die Enterprise mit Warp 11 umherfliegen - jeder Trekkie weiß, dass diese Geschwindigkeit nicht möglich ist. Da der Autor die Figuren offensichtlich nicht kennt, geht er auch nicht weiter auf ihre Persönlichkeiten ein. Statt dessen steht eine unsympathische, rassistische Reporterin im Vordergrund, die sich ebenfalls an Bord befindet. Alle Personen geben in ihren Dialogen ein unglaublich nervtötendes technisches Geschwafel von sich, das sich schwer ertragen ließ - fast wie eine Parodie auf schlechte SF, wenn es noch einigermaßen humorvoll gewesen wäre. Die Handlung selbst war schwammig und diffus geschrieben und für mich überhaupt nicht greifbar. Um ehrlich zu sein, habe ich nicht wirklich kapiert, worum es eigentlich ging, und es interessierte mich irgendwann auch gar nicht mehr. Am Ende zählte ich nur noch die Seiten bis zum Schluss (eigentlich nur 224, aber gefühlte 1000) und las es nur weiter, um es endlich hinter mich zu bringen. Ich kann nur froh sein, dass mir dieser Roman nicht als allererstes in die Hände geriet - vielleicht hätte er mich ansonsten von der Lektüre weiterer Star Trek-Romane abgehalten, und dann hätte ich wirklich etwas verpasst. Zum Glück ist "Corona" der einzige Star Trek-Roman dieses Autors.
An alle Trekkies: Wenn ihr einen Star Trek-Roman verpassen könnt, dann diesen.
P.S. Wieso Heyne diesem Roman wohl das Cover des weit besseren Romans "McCoys Träume" verpasst hat? Vielleicht deshalb, weil das Originalcover schon den Roman "Meuterei auf der Enterprise" ziert?
1/5
Charaktere getroffen? *
Spannung: *
Humor: *
Action: **
Gefühl: *
originelle Handlung? **
Anspruch: **
Vorwissen nötig?
Der Autor kannte sich offenbar nicht mit Star Trek aus, also braucht man das auch nicht von den Lesern erwarten. Egal ob Star Trek-Kenner oder nicht: Dieser Roman ist so megalangweilig, dass ich ihn niemandem weiterempfehlen kann.